Tarifvertrag lokführer

Publisert

In 16 Ländern gibt es Arbeitgeberorganisationen, meist nur eine pro Land (Tabelle 11). Fünf Länder haben zwei; in Italien gibt es drei und in Schweden vier Arbeitgeberorganisationen. Wie bereits erwähnt, sind sektorspezifische Arbeitgeberorganisationen, die Tarifverhandlungen mit mehreren Arbeitgebern führen, im Eisenbahnsektor jedoch selten (siehe Tabelle 13). In Österreich hat die ÖBB Holding AG in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft vida einen Gesundheitsförderungsplan für den Arbeitsplatz (2006–2010) mit Aktivitäten wie Gesundheitskreisen, Multiplikatorschulungen, Arbeitsgruppen, Sensibilisierungsmaßnahmen und berufsbezogenes Screening gesunder Mitarbeiter umgesetzt. Nach Ansicht der Sozialpartner ist die Einstellung eine entscheidende Variable und eine Herausforderung im Eisenbahnsektor. Aufgrund früherer zurückhaltender Einstellungspolitik (z. B. in Finnland gab es lange Zeit keine Einstellung) und/oder der alternden Erwerbsbevölkerung (z. B. Belgien, Finnland, Luxemburg und Polen) bedarf es einer “neuen Generation” von Arbeitnehmern. Folglich besteht ein Bedarf an qualifizierten und professionell ausgebildeten Arbeitskräften, was eine Herausforderung darstellt und mit hohen Löhnen (z. B. aufgrund der begrenzten Zahl von Fahrern) und einer Schwäche bei der Unternehmensexpansion (Schweden) verbunden ist.

Die unterschiedliche Anwendung der beiden 2004 von CER und ETF unterzeichneten Abkommen in nationales Recht spiegelt weitgehend die derzeitige Situation im Umgang mit Gesundheitsschutz und Sicherheit im Eisenbahnsektor wider. Dies wurde auch durch einen 2010 veröffentlichten ETF/CER-Bericht (1023 Kb PDF) abgeschlossen. Darüber hinaus wurden die beiden Richtlinien in einigen Ländern in nationales Recht umgesetzt. In Frankreich wurde am 27. Oktober 2006 ein wichtiges Abkommen mit vier Gewerkschaften – FranzösischEr Demokratischer Gewerkschaftsbund (CFDT), Französischer Verwaltungsverband – General Confederation of Professional and Managerial Staff (CFE-CGC), der Independent Train Drivers Union (FGAAC) und der UNSA Railway Workers` Federation (Unsa) – geschlossen, um die interne Mobilität der Arbeitnehmer innerhalb der SNCF im Falle einer Umstrukturierung zu unterstützen. Die Arbeitgeberorganisationen in Dänemark, der Slowakei und im Vereinigten Königreich vertreten wie in Österreich sowohl die öffentlichen als auch die privaten Wirtschaftsbeteiligten, sind aber nicht an Tarifverhandlungen mit mehreren Arbeitgebern beteiligt. Einige Elemente der ETF/CER-Vereinbarung sind nicht in die Richtlinie aufgenommen (jährliche kontinuierliche Schulung oder Unterstützung von Fahrern bei Unfällen oder Zwischenfällen), sondern bleiben eine gültige autonome Vereinbarung zwischen den Sozialpartnern, die von den Sozialpartnern und den Unternehmen in den verschiedenen Ländern angewendet werden kann. In Ungarn haben alle Mitarbeiter der M-V die gleiche Möglichkeit, Zugang zu einer Einrichtung für lebenslanges Lernen zu erhalten.

Zahlreiche Ausbildungsprogramme (Schulsystemausbildung, Sprachkurse, Erweiterungskurse, Konferenzen), die ein breites Spektrum von Arbeitnehmern betreffen, wurden in jüngster Zeit entsprechend den aktuellen Veränderungen der Aktivitäten durchgeführt. In Lettland betreffen die Tarifverträge keine Befristungs- und Teilzeitbeschäftigung. In den meisten untersuchten Ländern befassen sich die Tarifverträge mit den meisten Aspekten der Bezahlung und Arbeitszeit. Anmerkungen: 1 In Deutschland werden Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene mit branchenweiten Tarifverträgen zu bestimmten Aspekten, einschließlich des etablierten Betreibers (DB-Website), kombiniert.